Heil und ganz, jedoch noch etwas verwirrt, sitzen wir im Airbus 340 der Thaiairways. Vor uns am Boden unser “vergoldeter” Kater Jerry. Wir kuscheln uns in Business Sitzen (dank vergoldetem Kater Jerry) nippen an einem Willkommenscüppli und fragen uns insgeheim, welche in uns wohnenden Geister uns dazu getrieben haben, auszuwandern, Brücken in Stücke zu hauen, Container mit völlig unnötiger Ware vollzustopfen und uns am Flughafen von einer tränengetränkten Menge zu verabschieden, nicht bloss für 2-3 Wochen, nein, für IMMER! Und der Gipfel des ganzen Wahnsinns liegt uns in seinem schweineteuren, eigens für dieses Vorhaben gekauften, all Airways kompatiblen “Sturdybag” Körbchen, mit grünumflorten Augen, die senkrechten Pupillen riesig und schwarz und einem steten, leise gluckernden Schluckauf zu Füssen. Seit dem Zeitpunkt als unsere Pläne beschlossene Sache wurden, war ganz klar: Auswandern, ja - ohne das Katerchen, nein. X mal wurde er nun zum Tierarzt geschleppt, jegliche überhaupt machbaren Impfungen wurden in seinen grauen Pelz appliziert. Dokumentierte Blutuntersucheungen, Gesundheitszeugnis vom eidg.Veterinäramt Bern, und dies alles um eine drohende Quarantäne im Gastland abzuwenden. Nun hängt an seinem “Sturdybag”Körbchen eine vollständige, umfangreiche Kardexmappe - die Freude jedes Akutspitals. Auswandern   - die Vorgeschichte Die Flight Attendent beugt sich zum ichweissnichtwievielten mal unserem Katerchen entgegen und flüstert ihm auf Thai kleine zärtliche Laute ins Katzenohr, wärend sie ihm ein frisches Porzellanschälchen Wasser reicht. In Bangkok angekommen, wird uns Kater mitsamt Kardexmappe entrissen und von VIER Groundhostessen, unter Umgehung aller Wartenden zum Zoll getragen. Dort wird der vergoldete Jerrykater weiter betütelt und, nachdem wir hinterher hastend wie der Schweif eines Kometen, die erstaunlich unkomplizierten Zollformalitätenhinter uns gebracht haben, wie eine Trophäe vor uns hergtragen und sanft und liebevoll in der Businessklasse des Anschlussfluges auf einem eigenen Sitz plaziert. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob Thailand überhaupt registriert hat, dass nebst einer grauen, grünäugigen Katze auch ihre Besitzer eingewandert sind. Im Gegensatz zu uns weiss der Kater keineswegs, was ihm blüht: Ein neues und andersartiges Leben auf einem hektargrossen Gelände mit Swimming Pool, Doppelbungalow und Werkstatt. Im Süden von Thailand, im Bezirk Krabi, auf dem Festland fast vis à vis Phuket, am Rande eines kleinen muslimischen Dorfes. Drei Minuten vom Strand entfernt wird er als einziger Farang Kater sein Territorium gegen jegliche Thai Kater, Warane, Schlangen, Reiher und was da sonst noch kreucht und fleucht, verteidigen müssen. Etwas weiter, direkt am Meer wohnt ein thai/schweiz Ehepaar, ansonsten keine Farangs (Ausländer), keine Restaurants, Pizzerias, Discos, kein Kino, kein Nachtleben. Wildnis, meilenweit leerer Strand mit einheimischen Fischern, Longtailbooten, kleinen Lädelchen in die Wohnhäuser integriert, diverse Muezzin die in diversen Moscheen der diversen kleinen Dörfern ihre Betrufe erklingen  lassen, das nächste Städtchen 26 km und die nächst grössere Stadt mit Flughafen 46 km entfernt. Das Grundstück ohne Durchgangsstrasse, ohne gar nichts, hinten der muslimische Friedhof, vis à vis die Schule und die, einer Baracke ähnelnde Moschee. That’s it. Da stehen wir nun, unter den Füssen den neuen Heimatboden und blinzeln in die strahlende Bläue eines wolkenlosen Himmels. Ein Mann, eine Frau, ein Kater, ein auf den Kopf gestelltes Leben, ein Abenteuer? Als Roland kurz nach unserer Ankunft einen schweren Unfall erlitt und zur Reha lange in der Schweiz weilte, wurde der Exodus definitif ein Wagestück. Wer seinen Weg geht, dem wachsen Flügel Startseite Quarantäne? Von wegen.................. Ireen und Roland Spycher Würth:                       Leben in Südthailand